Für Sie da, für Sie nah – mit Sicherheit auch während der Corona-Pandemie

Für Sie da, für Sie nah! Das ist das Motto von St. Martini und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Verpflichtung und Anspruch zugleich. Ihr Wohlbefinden, ihr Therapieprozess, ihre Genesung und ganz besonders Sie als Mensch stehen dabei im Mittelpunkt. Und dass trotz Corona-Pandemie, denn wir haben vielfältige Sicherheits- und Schutzmaßnahmen ergriffen, um den bestmöglichen Infektionsschutz zu gewährleisten. Was heißt das für Sie? Sie haben bei uns in St. Martini kein höheres Infektionsrisiko, als in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld. Zum Schutz- und Hygienekonzept haben wir mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Udo Iseke und Ines Liebig, Hygieneexpertin an St. Martini, gesprochen. 
    
Herr Dr. Iseke, viele Patienten begeben sich derzeit trotz akuter Probleme nicht ins Krankenhaus - aus Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Wie bewerten Sie dies? 
Iseke: Ich beobachte dies mit Sorge, denn diese Menschen riskieren wohlmöglich Heilungschancen, Therapieerfolg und unter Umstände auch ihr Leben.
 
Warum das?
Liebig: Zum Beispiel Patienten mit Krebserkrankung Hier gibt es ja manche Patienten, deren Behandlung man verschieben kann. Andere können nicht warten, die müssen behandelt werden. Doch selbst in dieser Gruppe sagen manche Patienten ihre geplanten Termine für die Therapie oder für die Nachsorge ab. Aber wenn Sie zum Beispiel einen Brustkrebs haben, der prinzipiell heilbar ist, und die Therapie unterbrechen, dann gefährden Sie sich selbst! Dadurch bringen sie sich mitunter in Lebensgefahr, denn die Grunderkrankung ist oft weit gefährlicher als das Risiko einer Corona-Ansteckung. 
 
Gibt es Erkrankungen, die in diesem Zusammenhang besonders kritisch sind?
Iseke: Besonders kritisch sind hier Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebserkrankungen. Herzinfarkte, Rhythmusstörungen mit hohem Risiko für einen Herzstillstand oder Schlaganfälle sind lebensbedrohliche Krankheiten, die eine sofortige Behandlung erfordern. Wer aus Angst vor einer Infektion eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeidet oder auch nur verzögert, bringt sich in große Gefahr. 
 
Und wie schützen Sie Ihre Patientinnen und Patienten?
Iseke: Nicht nur bei uns, in allen deutschen Kliniken werden aufwändige Schutzmaßnahmen zur Infektionsvermeidung vorgenommen. Patienten haben daher kein erhöhtes Risiko, sich in der Notaufnahme oder auf einer Station anzustecken.
 
Liebig: Auch das Risiko, sich in unseren Ambulanzen im Wartezimmer zu infizieren, ist nicht erhöht. Menschen, die sie dort treffen, können Sie überall begegnen. Aber die Gefahr, dass Sie sich bei solchen Menschen im Supermarkt anstecken, ist größer als bei uns. Denn bei uns wird jeder Patient aus Prinzip so behandelt, als hätte er eine Infektion. Jeder bei uns achtet sehr auf die Einhaltung der Abstände. Jeder ambulante und auch jeder stationäre Patient erhält an der Rezeption einen Chirurgischen Mund Nasenschutz. Für COVID-19-Patienten haben wir zusätzliche Kapazitäten, z.B. Intensivbetten vorbereitet und eine Isolationsstation geschaffen. Damit sind wir sehr gut vorbereitet.
 
D.h. Sie trennen COVID-19-Infizierte von den übrigen Patienten?
Liebig: Ja, selbstverständlich. Betritt man als Patient die Notfallambulanz, wird man sofort nach möglichen Corona-Symptomen gefragt. Das gesamte Klinik-Personal trägt Mund-Nasen-Schutz, egal ob sie mit COVID-19-Erkrankten arbeiten oder mit anderen Patienten. Vor der Notfallambulanz befindet sich ein extra separater Isolationsraum, in dem alle Verdachtsfälle aufgenommen werden.
 
"Wir testen jeden Patienten, der zu uns kommt"
 
Iseke: Auch die 20-jährige Mountainbikerin, die einen Knöchelbruch hat und sonst gesund ist, testen wir bei der Aufnahme und gehen so mit Ihr um, als sei sie Corona infiziert. Die Trennung von COVID-19-Patienten und anderen Patienten ist bei uns extrem gut organisiert. Die beiden Patientengruppen versorgen wir getrennt voneinander, sowohl auf der Intensivstation als auch auf den normalen Stationen. Diese Patienten begegnen sich nicht. 
 
Und wie schützen Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
Iseke: Wir testen nicht nur alle Patientinnen und Patienten, die wir ambulant oder stationär aufnehmen, wir führen auch regelmäßige Personalscreenings durch. 
 
Grundlage aller Schutzvorkehrungen sind Hygienekonzepte. Wie sieht das an St. Martini aus?
Liebig: Die Arbeit mit Hygienekonzepten ist für uns selbstverständlich. Ein Hygienekonzept dient dazu die Gefahr einer Infektion zu vermindern. Das ist für Kraneknhausbetriebe tägliches Geschäft und wir kennen uns gut damit aus. Das hilft auch beim Umgang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2. Unser allgemeines Hygienekonzept haben wir auf die besonderen Anforderungen angepasst. Die Anpassungen finden gemäß der Niedersächsischen Verordnung zur Neuordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 (Niedersächsische Corona-Verordnung) statt. 
 
Können Sie Beispiele nennen?
Liebig: Corona- bzw. Infektionsspezifisch sind aktuell die Datenerhebung und Dokumentation der Kontaktdaten jeder Besucherin und jedes Besuchers. Dazu sind wir verpflichtet und das ist sinnvoll, um den Gesundheitsämtern zu ermöglichen, Infektionswege anhand der Kontaktverfolgung zu rekonstruieren. Eine auch ohne Corona-Pandemie wichtige Maßnahme ist  die konsequente Umsetzung der Basishygiene einschließlich der Händehygiene. Zu Corona-Zeiten sensibilisieren wir die Menschen hierfür noch einmal besonders intensiv in allen Bereichen.
 
Im Hygienekonzept sind insbesondere folgende Maßnahmen vorgesehen:
  • Verpflichtung zur Nutzung von Mund-Nasen-Bedeckungen, 
  • Begrenzung und Steuerung der Zahl von Personen auf der Grundlage der jeweiligen räumlichen Kapazitäten, 
  • Wahrung des Abstandsgebots, 
  • Steuerung der Personenströme einschließlich Zu- und Abfahrten, 
  • Vermeidung von Warteschlangen von Personen,
  • Erhöhte Reinigungsintervalle für alle Oberflächen und Gegenständen, die häufig von Personen berührt werden, 
  • Erhöhte Reinigungsintervalle für Sanitäranlagen, 
  • Regelmäßiger Raumluftaustausch durch Lüftung.
 
Ist das Tragen von Handschuhen sinnvoll?
Liebig: Für den Erreger SARS-CoV-2 gehen Infektiologen davon aus, dass die Übertragung überwiegend als Tröpfcheninfektion stattfindet. Die sogenannte Kontakt- oder Schmierinfektion, bei der Erreger nach Kontakt mit kontaminierten Flächen über die Hände in Eintrittspforten wie Mund, Nase oder Augen gelangen, spielt eine eher untergeordnete Rolle. Diesem denkbaren Infektionsweg kann durch Beachtung der Händehygiene und ggf. Händedesinfektion effektiv entgegengewirkt werden. Unserer Ansicht nach können Handschuhe können ein falsches Sicherheitsgefühl erwecken. Während der Benutzung werden sie genauso kontaminiert, wie eine unbedeckte Hand. Das Tragen von Handschuhen bewirkt daher in Hinblick auf die Weitergabe von Erreger mit den Händen keine Verbesserung.
 
Sie haben über bedarfsweise Anpassungen des Hygienekonzeptes gesprochen. Wie organisieren Sie das?
Iseke: Wir haben zu Beginn der Pandemie einen Krisenstab eingesetzt, in dem der Geschäftsführer, der Ärztliche Direktor, die Hygienefachkraft, die Chefärzte die Pflegedienstleitung und bedarfsweise weitere Professionen vertreten sind. In regelmäßigen Krisenstabsitzungen findet ein Austausch an Informationen statt. Bei Veränderungen der Schutzmaßnahmen erhalten alle Mitarbeitenden einen Newsletter und werden in den Abteilungsbesprechungen informiert.
 
Liebig: In allen Bereichen findet eine Hygienevisite statt. Und für besondere Fragen gibt es eine Hygienesprechstunde, bei der meine Kollegen und ich für alle Anfragen gerne zur Verfügung stehe. (siehe Flyer) Wir werden dabei unterstützt durch das Hygieneteam der BZH GmbH Deutsches Beratungszentrum für Hygiene und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).
 
Was ist Ihnen besonders wichtig?
Liebig: Das Verstehen von Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen sowie Verhaltensweisen ist essentiell. Deshalb vermitteln wir dieses Wissen in regelmäßige Schulungen oder Informationsmaterialien theoretisch und praktisch. Ein Beispiel hierfür sind die Erläuterungen zu wichtigen Hygienemaßnahmen, die über die Infomonitore im Wartebereich des Haupteinganges und der Notfallambulanz permanent laufen.
 
Iseke: Ich möchte an alle Patientinnen und Patienten appellieren: Bitte kommen Sie mit Ihren akuten Beschwerden, nehmen Sie Ihre Behandlungen und Nachsorgeuntersuchungen wahr! Der Faktor Zeit ist in der Medizin oft entscheidend für den Therapieerfolg. Wir nehmen uns die Zeit für Sie, nehmen Ihre Ängste und Sorgen ernst. Sie sind bei uns in guten Händen und wir tun alles für Ihre Sicherheit. In jedem Fall ist die Gefahr für Ihre Gesundheit größer, wenn Sie mit akuten Beschwerden aus Angst vor Corona nicht zu uns kommen!
 
Vielen Dank für das Gespräch!
 
 
Warn-App
Installieren Sie die Corona-Warn-App auf Ihrem Smartphone. Je mehr die App auf Ihrem Handy betreiben, desto besser die Warnwirkung. Infos des Robert Koch-Instituts zur App, Antworten auf häufig gestellte Fragen und Downloadlinks finden Sie hier:  www.rki.de