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In Deutschland werden jährlich etwa 200.000 Leistenbruch-Operationen durchgeführt. Leistenbruchreparaturen zählen damit zu den am häufigsten durchgeführten Operationen.
Ungefähr 90 Prozent aller Leistenbrüche treten aufgrund anatomischer Unterschiede bei Männern auf. Nur etwa 10 Prozent der Leistenbrüche betreffen Frauen, dann oft im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder einer angeborenen Gewebeschwäche.

Die Viszeralchirurgen des St. Martini Krankenhauses verfügen über umfangreiche Erfahrung bei der Versorgung von Eingeweidebrüchen. Die gute Arbeit der Chirurgen ist mit dem Qualitätssiegel der Deutschen Herniengesellschaft zertifiziert.
Manche Menschen haben von Geburt an eine Schwachstelle in der Leistenregion (z. B. offener Leistenkanal bei Männern). Aber auch mit zunehmendem Alter kann die Bauchwand durch Gewebeverschleiß geschwächt werden.
Ein erhöhter Druck im Bauchraum kann dann zum Bruch führen. Als Auslöser kommen dabei nicht nur das Heben schwerer Lasten, sondern auch chronische Husten, starkes Pressen beim Stuhlgang oder in der Schwangerschaft in Frage.

Es kommt zu einer sicht- oder tastbaren Schwellung oder Vorwölbung in der Leistenregion, die sich beim Husten, Heben oder Pressen verstärken kann. Dies geht mit ziehenden oder stechende Schmerzen in der Leiste einher, die oft bei Belastung auftreten und in Ruhe nachlassen. Manche Patienten beschreiben ein unangenehmes Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Leiste.
Wenn durch die Bruchpforte Eingeweide austreten, dann können diese eingeklemmt werden (Inkarzeration). Dies führt zu starken Schmerzen, Übelkeit und Durchblutungsstörungen. In seltenen Fällen kann ein eingeklemmter Darm zu einem Verschluss (Ileus) führen. Eine Notfallbehandlung ist in diesen Fällen notwendig.

Die Wahl zwischen einer offenen Operation und einer laparoskopischen (minimalinvasiven) Operation bei einem Leistenbruch hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art des Leistenbruchs, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten und das Risiko für Komplikationen.
Eine offene Operation ist besonders geeignet bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Vollnarkosen und bei sehr großen Brüchen sowie bei Patienten mit vorangegangenen Operationen in der Bauchhöhle.
Die laparoskopische Operation wird durch kleine Schnitte in der Bauchdecke durchgeführt, typischerweise über die Verfahren TAPP (Transabdominelle Präperitoneale Plastik) – von innerhalb der Bauchhöhle - oder TEP (Total Extraperitoneale Plastik) – zwischen Bauchmuskulatur und Bauchfell. In unserer Klinik wenden wir bei Leistenbrüchen ausschließlich die TAPPMethode an.
Die laparoskopischen Methoden sind ideal für beidseitige oder wiederkehrende Brüche und bieten postoperative Vorteile: Die Verfahren sind schonender, es gibt kleinere Narben, geringere Schmerzen nach der Operation und eine schnellere Erholungszeit.

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Dr. med. Udo Iseke
Ärztlicher Direktor, Chefarzt Allgemein- & Visceralchirurgie
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