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Duderstadt, 04. Juni 2026 | Im Krankenhaus St. Martini wurde erstmals ein kabelloser Herzschrittmacher erfolgreich implantiert. Damit erweitert die Klinik ihr Behandlungsspektrum in der modernen Herzmedizin um ein innovatives, minimalinvasives Verfahren. Die Implantation wurde vom leitenden Kardiologie-Oberarzt Dr. Thomas Peter durchgeführt, der für dieses neue Verfahren eine entsprechende Zertifizierung erworben hat. Die spezielle Qualifikation ist Voraussetzung für den Einsatz dieser Technologie. Auch drei Mitarbeitende aus dem pflegerischen Team des HKL haben die intensiven und obligatorischen Schulungen für die Assistenz bei diesem Eingriff mit großem Einsatz und Engagement erfolgreich absolviert.

Bei dem Eingriff wird der neuartige Herzschrittmacher ohne klassische Elektroden direkt im Herzen platziert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen sind keine Kabelverbindungen zwischen Gerät und Herzmuskel erforderlich. Dies kann das Risiko für Komplikationen wie Infektionen oder technische Probleme an den Elektroden reduzieren.
„Der kabellose Herzschrittmacher ermöglicht uns eine schonendere Versorgung ausgewählter Patientinnen und Patienten“, erklärt Dr. Peter. „Insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko kann dieses Verfahren eine sinnvolle Alternative darstellen.“
Begleitet wurde der Eingriff durch Jacky Mediavilla Asenjo, Vertreterin des Medizintechnikunternehmens Medtronic, das die innovative Technologie entwickelt hat. „Kabellose Herzschrittmacher sind das Ergebnis langjähriger technologischer Entwicklung und eröffnen neue Möglichkeiten in der Therapie von Herzrhythmusstörungen“, so Mediavilla Asenjo.
Das Ärzteteam zeigte sich mit dem Verlauf der ersten Implantation sehr zufrieden. Mit der Einführung dieser Technologie stärkt das Krankenhaus seine Rolle als moderner Versorger in der Region.
„Die erfolgreiche Premiere unterstreicht zudem die Bedeutung innovativer medizinischer Angebote auch im ländlichen Raum und trägt dazu bei, Patientinnen und Patienten wohnortnah eine hochwertige Behandlung zu ermöglichen“, betont Kardiologie-Chefarzt dr. Med. (Univ. Pristina) Fatbardh Hasku.
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Wenn das Herz zu langsam schlägt
Eine Bradykardie liegt vor, wenn das Herz dauerhaft zu langsam schlägt. In diesem Fall kann es den Körper nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Mögliche Folgen sind Schwindel, Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Ohnmachtsanfälle. Eine häufige Ursache ist der sogenannte atrioventrikuläre Block (AV-Block), bei dem die elektrische Signalübertragung zwischen Herzvorhof und Herzkammer gestört oder unterbrochen ist. In Deutschland werden jährlich rund 35.000 Patientinnen und Patienten mit AV-Block mit einem Herzschrittmacher versorgt.
Standardtherapie Herzschrittmacher
Herzschrittmacher gelten als Standardtherapie bei Bradykardie. Sie überwachen den Herzrhythmus kontinuierlich und geben bei Bedarf schwache, für die Betroffenen nicht spürbare elektrische Impulse ab, um den Herzschlag zu stabilisieren und einen zu langsamen Rhythmus zu korrigieren.
Konventionelle Systeme
Herkömmliche Herzschrittmacher bestehen aus einem Aggregat mit Batterie und Elektronik sowie ein oder zwei Elektroden, die das Gerät mit dem Herzen verbinden. Das Aggregat wird unterhalb des Schlüsselbeins in einer sogenannten Schrittmachertasche unter der Haut eingesetzt. Die Elektroden werden von dort bis ins Herz geführt.
Herzschrittmacher ohne Elektroden
Das System Micra AV ist ein miniaturisierter Herzschrittmacher, der direkt im Herzen implantiert wird. Mit einer Länge von 24 Millimetern und einem Durchmesser von 9 Millimetern ist das System deutlich kleiner als konventionelle Schrittmacher. Die Implantation erfolgt minimalinvasiv über einen Katheter durch die Leistenvene. Ein Hautschnitt im Brustbereich, eine Schrittmachertasche und Elektroden sind nicht erforderlich.
Besonderheit bei AV-Block
Micra™ AV wurde speziell für Patientinnen und Patienten mit AV-Block weiterentwickelt. Das System erkennt die Aktivität des Herzvorhofs und ermöglicht eine koordinierte Stimulation von Vorhof und Herzkammer. Dadurch kann die natürliche Synchronität zwischen beiden Herzkammerabschnitten unterstützt werden, wenn die körpereigene Signalweiterleitung gestört ist.
Patientinnen und Patienten profitieren
Das System kommt ohne Elektroden und ohne die bei herkömmlichen Herzschrittmachern übliche Schrittmachertasche unter der Haut aus. Implantiert wird es minimalinvasiv über die Leistenvene direkt ins Herz. Dadurch entstehen keine sichtbaren Hinweise auf ein Implantat im Brustbereich. Das System ist zudem für Ganzkörper-MRT-Untersuchungen geeignet und verfügt über eine Batterielaufzeit von etwa acht bis 13 Jahren. Klinische Studien belegen hohe Implantationserfolgsraten bei gleichzeitig niedrigen Dislokations- und Infektionsraten.
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Bild 1: St-Martini-DUD_kabelloserSchrittmacher_Gruppenfoto.jpg
Bildunterschrift: v.l. Pflegerische HKL-Leiterin Doreen Zosel, Ltd. Oberarzt Dr. med. Thomas Peter, Chefarzt dr. Med. (Univ. Pristina) Fatbardh Haskuund Medtronic-Mitarbeiterin Jacky Mediavilla Asenjo freuen sich über High-Tech im Eichsfeld
Bildnachweis: Franziska Watterott | St. Martini
Verwendung: Honorarfrei im Zusammenhang mit Veröffentlichungen dieser Pressemitteilung
Bild 2: ThomasPeter_Schrittmacher_01.jpg
Bildunterschrift: Kardiologieoberarzt Dr. Peter bei der Herzkatheterprozedur
Bildnachweis: Franziska Watterott | St. Martini
Verwendung: Honorarfrei im Zusammenhang mit Veröffentlichungen dieser Pressemitteilung
Bild 3: ThomasPeter_Schrittmacher_02.jpg
Bildunterschrift: Kardiologieoberarzt Dr. Peter bei der Herzkatheterprozedur
Bildnachweis: Franziska Watterott | St. Martini
Verwendung: Honorarfrei im Zusammenhang mit Veröffentlichungen dieser Pressemitteilung
Bild 4: Herzgrafik_Kabelloser_Schrittmacher.jpg
Bildunterschrift: Das Schrittmachersystem im Herzen
Bildnachweis: Medtronic
Verwendung: Honorarfrei im Zusammenhang mit Veröffentlichungen dieser Pressemitteilung





