18.05.2026

Jede Minute zählt!

Stroke Unit am Krankenhaus etabliert – Spezialisierte und heimatnahe Versorgung von Schlaganfallpatienten

 

Duderstadt, 18. Mai 2026 | Mit dem Aufbau einer spezialisierten Schlaganfallstation erweitert das St. Martini Krankenhaus Duderstadt sein medizinisches Angebot: Seit August 2025 entsteht eine moderne Stroke Unit, die nun die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akutem Schlaganfall deutlich verbessert – schnell, hochspezialisiert und wohnortnah. Dabei arbeitet das Duderstädter Krankenhaus als Partnerklinik mit dem Teleneurologie-Netzwerk der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eng zusammen. Ein Mehrwert für Eichsfelder Schlaganfallpatienten, denn kurze Weg sparen Zeit und der Faktor Zeit ist essentiell in der Behandlung von Schlaganfällen. 

Die neue Einheit ist organisatorisch der Geriatrie zugeordnet und steht unter der chefärztlichen Gesamtverantwortung von Chefarzt M. Chebbok. Die operative Leitung übernimmt der Neurologe PD Dr. C. Stephani gemeinsam mit dem Internisten und Geriater S. Georgiev. Damit setzt das Haus bewusst auf eine enge Verzahnung von Neurologie und Altersmedizin – ein Ansatz, der insbesondere älteren Schlaganfallpatienten zugutekommt.

Zusätzliche Bedeutung erhält die neue Einheit durch eine aktuelle Entscheidung des Medizinischen Dienstes: Die Strukturmerkmale für die tele-neurologische Schlaganfallversorgung (OPS) wurden positiv bestätigt. „Damit erfüllt die Stroke Unit auch formal die hohen qualitativen Anforderungen an eine moderne, vernetzte Schlaganfallversorgung“, freut sich Geschäftsführer Markus Kohlstedde. 

 

Jede Minute zählt

Schlaganfälle gehören zu den häufigsten medizinischen Notfällen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die Zeit: Je schneller die Therapie beginnt, desto höher sind die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden. Genau hier setzt die neue Stroke Unit an: Rund um die Uhr steht ein interdisziplinäres Team bereit, um Diagnostik und Therapie ohne Verzögerung einzuleiten.

Mithilfe moderner Bildgebung wie CT und MRT wird innerhalb kürzester Zeit geklärt, ob ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung vorliegen. Auf dieser Basis erfolgt die gezielte Behandlung – von der medikamentösen Thrombolyse bis zur Organisation weiterführender Eingriffe wie einer Thrombektomie.

 

Regionale Versorgung deutlich verbessert

Für die Menschen im Eichsfeld bedeutet die neue Einheit vor allem eines: kürzere Wege im Notfall. Zeitintensive Verlegungen in weiter entfernte Zentren können reduziert werden und große Zentren wie die Uniklinik Göttingen können sich noch mehr auf die Versorgung besonders schwerer und komplexer Schlaganfälle konzentrieren. Das verbessert nachweislich die Prognose vieler Betroffener.

„Beim Schlaganfall zählt wirklich jede Minute und die wohnortnahe Versorgung ermöglicht uns, besonders schnell zu handeln. Unter anderem stehen bei Verdacht auf einen Schlaganfall CT und MRT gleichermaßen schnell zur Verfügung, das ist für die erste Diagnostik optimal“, erklärt PD Dr. med. Caspar Stephani. Auch Chefarzt Chebbok betont den strukturellen Fortschritt: Die Stroke Unit sei „ein echter Gewinn für die gesamte Region“.

 

Interdisziplinär und ganzheitlich

Die Versorgung endet jedoch nicht mit der Akuttherapie. Auf der Stroke Unit werden Patientinnen und Patienten engmaschig ärztlich und pflegerisch überwacht – inklusive kontinuierlicher Kontrolle von Herzrhythmus, Blutdruck und neurologischem Status. Spezialisierte intensivmedizinisch geschulte Pflegekräfte kümmern sich um frühe Mobilisation, Schluckdiagnostik und die Vermeidung typischer Komplikationen.

Parallel beginnt bereits in der Akutphase die Rehabilitation: Physio- und Ergotherapie sowie logopädische Maßnahmen werden frühzeitig integriert. Ziel ist es, verlorene Fähigkeiten möglichst schnell wiederherzustellen und die Rückkehr in ein selbstständiges Leben zu fördern. Über das Patientenmanagement und den Sozialdienst wird parallel zum stationären Aufenthalt die Zeit nach der Krankenhausentlassung vorbereitet. 

 

Vernetzte Spitzenmedizin

Ein weiterer Baustein ist die enge Kooperation mit externen Partnern, darunter neurologische Spezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover sowie niedergelassene Fachärzte. Diese telemedizinische Vernetzung sichert rund um die Uhr und auch bei komplexen Fällen eine Behandlung auf hohem fachlichem Niveau.

Mit der neuen Stroke Unit positioniert sich das St. Martini Krankenhaus klar als regionaler Versorger mit wachsender Spezialisierung. Die Kombination aus geriatrischer Expertise, neurologischer Kompetenz und moderner Notfallmedizin schafft eine Struktur, mit der wir unter Beweis stellen möchten, dass auch in einer ländlichen Region eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau möglich ist“, resümiert KrankenhausGeschäftsführer Markus Kohlstedde.

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Zu den Personalien:

Privatdozent Dr. med. Caspar Stephani

Dr. Caspar Stephani ist seit November 2025 am St. Martini Krankenhaus. Er verfügt über eine exzellente klinische und wissenschaftliche Qualifikation in der Neurologie sowie über ausgewiesene Expertise in der intensivmedizinischen Versorgung kritisch kranker Patienten. Sein beruflicher Werdegang ist geprägt von universitärer Spitzenmedizin, interdisziplinärer Zusammenarbeit und internationaler Forschungserfahrung.

Nach dem Studium der Humanmedizin in Mainz, Leipzig und London promovierte er 2009 an der Universität Leipzig mit „magna cum laude“. 2018 erhielt er die Venia legendi (Lehrbefugnis) im Fach Neurologie. Seine Habilitation widmete sich der zerebralen Exzitabilität und Funktionalität der Inselrinde mit Schwerpunkten unter anderem in der Epileptologie, Neuroanatomie, Bewegungsstörungen, Hirnstimulation, EEG und Neurogenetik sowie der intensivmedizinischen Neurologie.

Die Facharztanerkennung für Neurologie erlangte er 2014 und verfügt darüber hinaus über die Zusatzbezeichnungen Spezielle Intensivmedizin sowie Notfallmedizin.

Seine klinische Tätigkeit begann er an der Klinik für Klinische Neurophysiologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), wo er über viele Jahre unter Prof. Walter Paulus tätig war. Weitere Stationen führten ihn unter anderem an die Paracelsus-Elena-Parkinson-Klinik Kassel, als Research Fellow an das Case Western Medical Center in Cleveland (USA) sowie an die Klinik für Psychiatrie der UMG. Anschließend war er auf der neurologischen Intensivstation der UMG tätig.

Seit 2018 arbeitet er an der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen. Dort war er mehrere Jahre auf der operativ-anästhesiologischen Intensivstation eingesetzt, davon 2,5 Jahre in Schichtleitungsfunktion, bevor er 2022 in die operative Anästhesie wechselte.

 

Sevtoslav Kosev Georgiev

Svetoslav Kosev Georgiev ist seit 2023 in der Geriatrie des St. Martini Krankenhaus tätig. Er verfügt über eine umfassende internistische und geriatrische Expertise und bringt diese Erfahrung in der medizinischen, organisatorischen und interdisziplinären Führung des geriatrischen Teams des Krankenhauses ein. Sein medizinischer Werdegang ist geprägt von einer breiten internistischen Ausbildung, einer spezialisierten Zusatzqualifikation in der Geriatrie und kontinuierlicher fachlicher Weiterentwicklung. Svetoslav Georgiev hat bulgarische Wurzeln und absolvierte sein Medizinstudium in Sofia. 2011 erhielt er die deutsche Approbation, 2018 schloss er die Facharztweiterbildung für Innere Medizin ab und erwarb zuletzt 2021 die Zusatzbezeichnung Geriatrie.

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Bilder

Bild 1: Martini_StrokeUnit_Interdisziplinäres-Team.jpg
Bildunterschrift: Vor dem Schaltraum des MRT das interdisziplinäre Team der Stroke Unit (v.l.): Kerstin Borchard (Medizinische Technologin – Radiologie), Georgiev (Ltd. Oberarzt Geriatrie und Stroke Unit), Johanna Windolph (FSJ Intensivstation), Svetoslav Kosev Ulrike Bischoff (Fachkrankenpflegerin für Intensivpflege), Christiane Herzberg-Kaufung (Pflegerische Leiterin Geriatrie), Alaa Abdelrazzak (Assistenzarzt Innere Medizin/Notaufnahme), Silvia Papst (Leiterin Physio- und Ergotherapie), PD Dr. med. Caspar Stephani (Ltd. Oberarzt Neurologie und Stroke Unit), Lydia Hagemeister (Logopädie), Mustafa Aldaeis (Ltd. Oberarzt Anästhesie), Antonia Schumacher (Pflegerische Leiterin Notaufnahme)
Bildnachweis:  Florian Grewe | St. Martini Krankenhaus
Verwendung: Honorarfrei im Zusammenhang mit Veröffentlichungen dieser Pressemitteilung

Bild 2: Martini_Stephani.jpg
Bildunterschrift: PD Dr. med. Caspar Stephani 
Bildnachweis:  Florian Grewe | St. Martini Krankenhaus
Verwendung: Honorarfrei im Zusammenhang mit Veröffentlichungen dieser Pressemitteilung

Bild 3: Martini_Georgiev.jpg
Bildunterschrift: Svetolslav Kosev Georgiev
Bildnachweis:  Florian Grewe | St. Martini Krankenhaus
Verwendung: Honorarfrei im Zusammenhang mit Veröffentlichungen dieser Pressemitteilung